Das CEDaCI-Projekt entwickelte Öko-Design-Richtlinien, Strategien zur Verlängerung der Produktlebensdauer und digitale Entscheidungshilfetools, um die Rechenzentrumsbranche auf eine Kreislaufwirtschaft umzustellen. Gefördert durch Interreg Nordwesteuropa vereinte die fünfjährige Forschungskollaboration über 20 Partner aus Wissenschaft und Industrie in sieben Ländern, um das lineare Ressourcenmodell des Sektors anzugehen und die Umsetzung des EU-Aktionsplans für die Kreislaufwirtschaft vorzubereiten.
Die Rechenzentrumsbranche verbraucht Millionen Tonnen von Ressourcen — einschließlich kritischer Rohstoffe — und arbeitet dennoch nach einem linearen Wirtschaftsmodell. Durchschnittliche Server-Aktualisierungszyklen von 3–5 Jahren erzeugen erhebliche Mengen an Elektronikschrott, während die aktuelle Recycling-Infrastruktur nur einen Bruchteil der wertvollen Materialien zurückgewinnt. CEDaCI hat diese systemische Herausforderung durch einen ganzheitlichen Ansatz angegangen, der alle zehn Teilsektoren von Rechenzentren verbindet, von Design und Herstellung bis hin zu Aufarbeitung und Recycling.
Das Projekt führte nachhaltiges Design-Denken über den gesamten Lebenszyklus der Ausrüstung ein. Anstatt einzelne Phasen isoliert zu optimieren, überbrückte CEDaCI Kommunikationslücken zwischen Teilsektoren, die zuvor isoliert operierten — indem es Hardware-Designer mit Recyclern, Beschaffungsteams mit Aufarbeitungsspezialisten und Hersteller mit End-of-Life-Prozessoren verband.
Wichtige Ergebnisse
Öko-Design-Richtlinien und -Strategien: Ergänzende Richtlinien basierend auf empirischen Daten aus der Bewertung verschiedener Servermodelle, die bestehende EU-Ökodesign-Empfehlungen erweitern, um die Produktlebensdauerverlängerung und erhöhte Recyclingfähigkeit zu unterstützen.
Lebenszyklusbewertungs-Modelle und Datenbanken: Umfassende Umwelt-, Sozial- und Wirtschafts-LCA-Modelle, die in Zusammenarbeit von Partnern aus Nordwesteuropa entwickelt wurden und den gesamten Lebenszyklus von Rechenzentrumsausrüstung abdecken.
Zirkuläres Rechenzentrumskompass (CDCC): Ein Online-Entscheidungsfindungstool mit mehreren Schritten, das Branchenakteuren ermöglicht, Ausrüstungen über alle Lebensphasen zu bewerten — vergleichen, evaluieren und End-of-Life-Szenarien planen — mit grafischem Feedback und detaillierten PDF-Berichten.
Forschung zur Rohstoffrückgewinnung: Technologien und Prozesse zur Erhöhung der Rückgewinnung kritischer Rohstoffe aus elektronischem Abfall von Rechenzentren, um die Abhängigkeit von jungfräulichen Materialien aus geopolitisch sensiblen Regionen zu verringern.
Sektorübergreifendes Netzwerk: Über 100 Mitglieder aus der Rechenzentrumsindustrie, die durch Co-Creation-Workshops, Schulungen und Publikationen verbunden sind, um die Einführung der Kreislaufwirtschaft zu fördern.
Die Rolle von IDED
IDED (damals als SDIA — Sustainable Digital Infrastructure Alliance bekannt) trug von Hamburg, Deutschland, zum Projekt bei. Als Partner, der sich auf die Wiederverwendung und Überarbeitung von Rechenzentrumsausrüstung konzentriert, untersuchte SDIA wirtschaftliche und energierelevante Faktoren zur Verlängerung der Lebensdauer von Servern und lieferte Datensätze, die in die LCA-Modelle und die freigegebene Datenbank des Projekts einflossen.
our partners
London South Bank University (LSBU): Projektleitung. Bewertete Serverdesign, Materialinhalte und Fertigungstechniken. Entwickelte Bestandsdatensätze für LCA-Modelle und leitete Lebenszykluskosten- und Wirtschaftsmodelle.
WeLOOP: Erstellte ökologische Lebenszyklusanalysenmodelle mit Daten, die innerhalb der Partnerschaft gesammelt wurden. Entwickelte Technologien zur Steigerung des Recyclings von Ausrüstungen und der Rückgewinnung kritischer Rohstoffe aus Elektroschrott.
Operational Intelligence: Trug zum Aufbau von LCA-Modellen und zur Bewertung von Rechenzentrumsausrüstung aus britischer Betriebsperspektive bei.
SDIA (jetzt IDED): Untersuchte die Wiederverwendung und Überholung von Rechenzentrumsausrüstungen unter Berücksichtigung ökonomischer und energetischer Faktoren. Bereitstellung von Datensätzen für die LCA-Modelle und gemeinsame Datenbank des Projekts.
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie: Entwickelte in Zusammenarbeit mit anderen Lebenszyklusbewertungspartnern das soziale LCA-Modell.
Green IT Amsterdam: Konzentrierte sich auf Wiederverwendungs- und Überholungspfade für Rechenzentrumsausrüstung in den Niederlanden.
Host in Ireland & Free ICT Europe: Etablierte KMU-Netzwerke in Belgien, Irland und Luxemburg zur Unterstützung der Umsetzung von Kreislaufwirtschaft.