Rechenzentren

Laufend

SIEC – Weiterentwicklung der Kennzahl Server Idle Energy Coefficient

Zeitraum:

-

Der Server Idle Energy Coefficient (SIEC) macht den unnötigen Energieverbrauch von Servern in Rechenzentren sichtbar und messbar. Das Projekt erweitert die bestehende Kennzahl PUE um die Serverauslastung und erprobt die Methode in realen Rechenzentrumsumgebungen — mit dem Ziel einer künftigen Normierung.

Server in Rechenzentren laufen durchschnittlich mit nur 15–40 % Auslastung, verbrauchen aber auch im Leerlauf erhebliche Energie. Die dominierende Kennzahl PUE (Power Usage Effectiveness) erfasst diese Ineffizienz nicht — sie misst lediglich das Verhältnis von Gesamtenergie zu IT-Energie, nicht ob die IT produktive Arbeit leistet. Der Server Idle Energy Coefficient (SIEC) schließt diese Lücke.

IDED (vormals SDIA) entwickelt die SIEC-Kennzahl im Auftrag des Umweltbundesamtes weiter und erprobt sie unter realen Bedingungen. Die Methode quantifiziert den Energieverbrauch von Servern im Leerlauf oder bei Unterauslastung im Verhältnis zu ihrer maximalen Kapazität. Die Messung erfolgt über interne Schnittstellen (IPMI, RAPL) — ohne zusätzliche Hardware. Gemeinsam mit drei Partnern validieren wir die Kennzahl an verschiedenen Servermodellen, Betriebssystemen und Virtualisierungsumgebungen, einschließlich GPU- und FPGA-basierter Systeme.

Arbeitspakete

  • AP1 – Analyse und Weiterentwicklung der Kennzahl SIEC: Test der Methode an verschiedenen Servermodellen, Betriebssystemen und Virtualisierungsumgebungen. Entwicklung von Effizienzszenarien. Spezifische Untersuchung GPU-basierter Server und FPGA-Beschleuniger. Vorbereitung der Methode für die Normung.

  • AP2 – Erprobung in der Praxis: Einsatz in fünf verschiedenen Rechenzentren. Implementierung und Monitoring von Effizienzmaßnahmen. Dokumentation und Anpassung der Kennzahl auf Basis realer Betriebsdaten.

  • AP3 – Broschüre "Energieeffiziente IT im Rechenzentrum": Erstellung einer barrierefreien Broschüre, die die SIEC-Methode und erzielte Effizienzgewinne für IT-Abteilungen, Serverbetreiber und Cloud-Anbieter aufbereitet.

  • AP4 – Machbarkeit der Normung: Prüfung der Integration in EN 50600 und ISO 30134 als anerkannte Rechenzentrumskennzahl.

Erwartete Ergebnisse

Das Projekt liefert eine validierte, praxiserprobte Kennzahl, die Rechenzentrumsbetreibern erstmals ermöglicht, den Energieverlust durch Unterauslastung einzelner Server zu beziffern. Die begleitende Broschüre macht die Methode für Praktiker zugänglich. Die Normierungsprüfung bereitet den Weg für eine breite Marktdurchdringung.

unsere partner

Data Center Excellence GmbH (dc-e): Spezialisiert auf Messtechnik und Kennzahlen für Rechenzentren. Verantwortet die Entwicklung und Validierung der Messmethodik für den SIEC.

Universität Paderborn: Stellt die HPC-Laborumgebung für kontrollierte Tests bereit, einschließlich GPU- und FPGA-basierter Serversysteme (Atos BullSequana, Cray CS500, Nvidia A100/A40).

X-Ion GmbH: Cloud-Betreiber mit Kubernetes-basierter Infrastruktur. Liefert reale Betriebsdaten aus dem produktiven Rechenzentrumsbetrieb für die Praxiserprobung.

Das Team hinter dem Projekt

Max Schulze – Projektleitung. Leitet die Gesamtkoordination und verantwortet die strategische Ausrichtung des Projekts.

Jessica Stüer – Projektmanagement. Koordiniert die operative Durchführung und die Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt.

Ludger Ackermann (dc-e) – Messmethodik. Entwickelt und verfeinert die technische Messmethode für den SIEC.

Stefan Rohde (Universität Paderborn) – HPC-Tests. Verantwortet die Durchführung kontrollierter Tests in der Hochleistungsrechenumgebung.

Mirko Lüdemann (X-Ion GmbH) – Cloud-Tests. Liefert Praxisdaten aus dem produktiven Cloud-Betrieb und bewertet die Anwendbarkeit der Kennzahl.

Aktuelles zum Projekt

Aktuell keine Updates zu diesem Projekt.

Steckbrief
Zeitraum

­–

Budget

€269.841,00

Kategorie

Rechenzentren

Status

Laufend

Förderkennzeichen

37EV 23 102 0

Externes Profil