Kommentar

Deutschland

Digitale Infrastruktur

Gründung der SDIA: Emissionen digitaler Infrastruktur senken

Gründung der SDIA: Emissionen digitaler Infrastruktur senken

PRESSEMITTEILUNG, 11.02.2020

PRESSEMITTEILUNG, 11.02.2020

Hamburg, Deutschland

Emissionen digitaler Infrastruktur senken und die Digitalwirtschaft stärken — Gründung der Sustainable Digital Infrastructure Alliance (SDIA)

Die digitale Wirtschaft wächst bereits heute in einem Tempo, das die Umwelt vor erhebliche Herausforderungen stellt. Bis Anfang der 2030er Jahre könnten Rechenzentren bis zu 13 % des globalen Stromverbrauchs ausmachen. In den Rechenzentren selbst führt der ineffiziente Einsatz von Hardware zu unnötigen Kosten und Abfällen: Im globalen Durchschnitt verbrauchen acht von zehn Servern Strom, obwohl sie idle sind. Selbst wenn nichts zu berechnen ist, geben Server Wärme ab — Abwärme, die ungenutzt verpufft.

Das Wachstum digitaler Technologien einzuschränken ist keine Option. Was wir brauchen, ist eine Anpassung der zugrundeliegenden digitalen Infrastruktur: ihre Emissionen auf netto null senken, das massive Wachstum nachhaltig gestalten und gleichzeitig sicherstellen, dass sie offen und zugänglich bleibt.

Es ist möglich. Erneuerbare Energien stehen im Überfluss zur Verfügung, und der Strombedarf von Rechenzentren lässt sich mit wetterabhängiger Energieproduktion synchronisieren. In städtische Gebiete integriert, kann digitale Infrastruktur emissionsfreie Wärme liefern. Server-Hardware kann recycelt werden, um Abfälle zu reduzieren. Die Effizienz bestehender Rechenzentren lässt sich durch eine bessere Auslastung ungenutzter Server steigern.

Die Mitglieder der SDIA arbeiten in Arbeitsgruppen, die Referenzarchitekturen entwickeln, gemeinsame Standards und Best Practices vereinbaren und den Politikgestaltungsprozess unterstützen. Ziel jeder Gruppe ist es, die Blaupausen für die erfolgreiche kommerzielle Umsetzung von Abwärmenutzung und intelligentem Stromverbrauch zu schaffen.

Als Branchenverband unterstützt IDED (damals SDIA) die politische Entscheidungsfindung sowie die Entwicklung notwendiger Standards für den Sektor der digitalen Infrastruktur. Forschung und Bildungsangebote werden gefördert, um die Verbreitung neuer Technologien über die Grenzen des Verbands hinaus zu beschleunigen.

Die Sustainable Digital Infrastructure Alliance nimmt ihre Arbeit mit dem 1. Oktober 2019 auf und heißt alle Interessierten willkommen — Energieversorger, Technologieanbieter, Rechenzentrumsbetreiber, IKT-Unternehmen sowie unabhängige Beraterinnen und Berater sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wissenschaft.