Analyse

Niederlande

Digitale Ökosysteme

Nachhaltigkeit, Transparenz und regionale Wirkung im IT- und Cloud-Markt

Nachhaltigkeit, Transparenz und regionale Wirkung im IT- und Cloud-Markt

IDED brachte in Amsterdam Anbieter und Einkäufer von IT-Infrastruktur zusammen, um Nachhaltigkeit, Transparenz und regionale Wirkung in der IT-Beschaffung zu diskutieren. Zwei Umfragen zeigen: Einkäufer fehlen Daten, regionale Anbieter fehlen Sichtbarkeit, und konkrete Nachhaltigkeitskriterien für Cloud-Dienste sind noch kaum vorhanden.

In einer zunehmend digitalisierten Welt steht der Markt für IT- und Cloud-Infrastruktur vor grundlegenden Herausforderungen. Der ökologische und gesellschaftliche Fußabdruck des digitalen Wachstums lässt sich nicht länger ignorieren. Gleichzeitig dominieren globale Anbieter den Markt — es wird schwieriger, aber dringlicher, Nachhaltigkeit und regionale Wirkung systematisch zu stärken.

IDED (ehemals SDIA) brachte im Rahmen der Veranstaltung „Empowering Sustainability, Transparency, and Regional Impact in the IT Cloud & Infrastructure Market“ Anbieter und Einkäufer zusammen. Zwei Umfragen — eine für Einkäufer, eine für Anbieter — lieferten aufschlussreiche Ergebnisse.

Perspektive der Einkäufer

Transparenz in der Lieferkette fehlt. Unternehmen, die IT-Infrastruktur einkaufen, haben häufig keinen ausreichenden Einblick in die Nachhaltigkeitsbemühungen ihrer Lieferanten. Das macht es schwer, Anbieter zur Rechenschaft zu ziehen oder die ökologische und gesellschaftliche Wirkung eingekaufter Produkte zu beurteilen. Notwendig ist eine Bewegung hin zu offener Berichterstattung: Was leisten Anbieter heute? Was planen sie? Welche Fortschritte wurden bereits erzielt? Ohne diese Transparenz können Einkäufer keine informierten, verantwortungsvollen Entscheidungen treffen. Dasselbe gilt in die andere Richtung: Auch Einkäufer müssen die von ihnen beschaffte IT-Infrastruktur transparent in ihren Nachhaltigkeitsberichten ausweisen.

Regionale Anbieter bleiben unsichtbar. Einkäufer berichten, dass es ihnen schwer fällt, regionale Anbieter zu identifizieren, die zur lokalen Gemeinschaft beitragen und Umweltauswirkungen reduzieren. Globale Akteure dominieren den Markt; kleinere, lokale Unternehmen haben kaum die Möglichkeit, ihren Mehrwert sichtbar zu machen.

Nachhaltigkeitskriterien sind noch kaum ausgearbeitet. Viele Einkäufer integrieren Nachhaltigkeitskriterien erst schrittweise — bisher überwiegend für Hardware. Um wirklich Wirkung zu erzielen, müssen diese Kriterien auf Cloud-Dienste und Software ausgeweitet werden. Einkäufer brauchen klare, handhabbare Kriterien, um Anbieter über das gesamte Spektrum digitaler Infrastruktur hinweg vergleichen zu können.

Perspektive der Anbieter

Transparenzdruck ohne klare Rahmenwerke. Viele Anbieter spüren den Druck, offener über ihre Nachhaltigkeitsleistung zu berichten — aber ohne einheitliche Branchenstandards wissen sie oft nicht, was und wie sie berichten sollen. Dieser Mangel an klaren Leitlinien lässt sie im Unklaren darüber, wie sie ihre Bemühungen gegenüber Einkäufern wirksam kommunizieren können.

Nachhaltigkeit schlägt sich nicht im Geschäftsergebnis nieder. Anbieter stehen unter dem Druck, Nachhaltigkeit und Transparenz zu verbessern — doch die Ausrichtung auf diese Ziele zahlt sich wirtschaftlich noch nicht aus. Die Wahrnehmung muss sich verschieben: Nachhaltigkeit als Kostenfaktor muss zum Wettbewerbsvorteil werden.

Regionale Anbieter im Wettbewerb mit globalen Playern. Viele regionale Anbieter leisten überproportionale Beiträge zu ihren lokalen Gemeinschaften — durch Arbeitsplätze, Steuereinnahmen, Umweltinitiativen und lokale Kooperationen. Diese Leistungen werden im Markt bislang nicht anerkannt. Fallstudien, die den Mehrwert regionaler Anbieter dokumentieren, könnten hier eine wichtige Rolle spielen.

Dieser Artikel ist Teil der Arbeit von IDED im Rahmen des Projekts „Cloud of Amsterdam“, finanziert durch die Provinz Nordholland.