Kommentar

Deutschland

Digitale Nachhaltigkeit

Green IO Paris: Paneldiskussion zu nachhaltiger Software

Green IO Paris: Paneldiskussion zu nachhaltiger Software

Max Schulze diskutierte bei Green IO Paris mit NGOs über nachhaltige Software — mit Fokus auf Zusammenarbeit, Transparenz und politische Rahmenbedingungen für einen europäischen Markt für ressourceneffiziente, umweltverträgliche Software.

Die gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit werden von Menschen gelöst — nicht von Technologie und Maschinen.

Menschen im Gespräch miteinander. Software wird von Menschen gemacht. Digitalisierung allein löst nicht den Klimawandel. Oder Ungleichheit. Es sind Menschen, die diesen Wandel schaffen. Wer Software schreibt, kann einen Unterschied machen — indem er die Umweltwirkung der eigenen Software ernst nimmt und adressiert.

Das Bewusstsein wächst — bleibt aber ein Nischenthema

Im Jahr 2023 hat sich die Bewegung weiterentwickelt: Mehr Organisationen, Werkzeuge und Unternehmen drängen in das entstehende Feld der Green Software. Aber wir müssen vorsichtig sein. Es bleibt eine Nische — eine Nische, die wir gemeinsam kontinuierlich ausweiten müssen.

Wir können uns als nachhaltige Software-Gemeinschaft jetzt keine Zersplitterung leisten. Wir sind noch klein, wir sind die Herausforderer des bestehenden Marktes — und wir müssen uns auf gemeinsame Prioritäten einigen: Transparenz, Standardisierung und politische Rahmenbedingungen, die einen neuen Markt für ressourceneffiziente, transparente und umweltverträgliche Software ermöglichen.

Prioritäten

Wir brauchen gesamteuropäische Zusammenarbeit, um eine gemeinsame Sprache für unsere digitale Welt zu finden. Wir müssen gemeinsam Standards setzen, wie die Umweltwirkung digitaler Produkte gemessen wird. Wir brauchen dringend Regulierung, um einen Markt für ressourceneffiziente, transparente und umweltverträgliche Software zu schaffen. Ein erster Schritt: Alle digitalen Produkte sollen die Umweltwirkung ihrer Nutzung deklarieren und für Kunden transparent machen.

Wir können die Marktentwicklung weiter beschleunigen, indem wir öffentliche und private Beschaffung nutzen, um von digitalen Produkten Transparenz einzufordern.

Forschung, Methoden und Werkzeuge existieren — aber wir brauchen einen Markt

Fast jede Woche entstehen neue Werkzeuge, neue Forschungsarbeiten und Methoden. Doch wenn man diese jungen Unternehmen befragt, fehlt ihnen ein entscheidendes Element: echte Nachfrage. Genau das muss sich ändern — entweder dadurch, dass umweltschädliche Software teuer gemacht wird, oder dadurch, dass ein Markt für „gute“ Software entsteht: ressourceneffizient, transparent, umweltverträglich.

Europa muss vorangehen

Umweltbewusstsein, Effizienz und Nachhaltigkeit liegen in der europäischen DNA. Wir haben eine lange Geschichte der Optimierung und eine Kultur des Bessermachens. Nutzen wir diese Geschichte als Vorbild — und den europäischen Markt, um eine nachhaltige digitale Wirtschaft zu gestalten.